Institut für Kultur Semiotik

Projektskizze: Wennigser Energie-Genossenschaft (WE.Go)

Genossenschaftlich organisiertes VKW als Marktmodell für die Förderung einer dezentralen und nachhaltigen Energiewirtschaft.

Motivation

Die Notwendigkeit der Einsparung besonders fossiler Primärenergie ist heute unumstritten. Die staatlichen Maßnahmen zur Förderung der erneuerbaren Energien haben sowohl bei Unternehmen als auch bei vielen Privatpersonen zu Investitionen in entsprechende Erzeugungsanlagen (meist Photovoltaik – PV) geführt. Im Rahmen der Energiewende werden aber auch andere Ziele verfolgt: Energieeffizienz bei Erzeugung, Umwandlung und Verbrauch, sowie die intelligente Nutzung der vorhandenen Infrastruktur.

Mit einem neuen Ansatz sollen Überlegungen zu Konzepten, die schon vor einiger Zeit in einem kommunalen energiepolitischen Arbeitskreis in Wennigsen erörtert wurden, wieder aufgegriffen werden. Hierzu hat eine Interessengruppe damit begonnen, zusammen mit Wissenschaftlern der Leibniz Universität Hannover, deren Arbeiten zu einem Modell eines genossenschaftlich organisierten Virtuellen Kraftwerkes (VKW) auf die lokalen Gegebenheiten der Gemeinde Wennigsen zu übertragen. Mit Inanspruch­nahme von EU-Fördermitteln für die regionale Entwicklung soll jetzt ein Projekt aufgesetzt werden, das in mehreren Phasen die Entwicklung und den Betrieb einer geeigneten Energie­genossenschaft zum Gegenstand hat. Neben der Integration vorhandener Anlagen sollen vor allen Dingen beeinflussbare Verbraucher mit eingebunden und eine Plattform für Bürger angeboten werden, die in zukunftsfähige Energietechnik investieren wollen.

Marktmodell

Die Förderung nach dem EEG-2014 sieht u. a. vor, dass der Eigenverbrauch von Erzeugern nur mit reduzierter EEG-Umlage belastet wird. Diese Maßgabe gilt auch für Genossenschaften, deren Eigenverbrauch an unterschiedlichen Entnahmestellen erfolgen kann, die sich allerdings im gleichen Ortsnetzknoten befinden müssen. Wenn durch steuerbare Verbraucher innerhalb der Genossenschaft deren Strombezug zu den Zeiten der Lastspitzen des Netzbetreibers, die dieser veröffentlicht, reduziert werden kann, dann fallen für die Genossenschaft zusätzlich reduzierte Netzentgelte an.

Wird also eine Genossenschaft gegründet, die Betreiber von Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energie ist und deren Genossen steuerbare und/oder prognostizierbare Stromverbraucher einbringen, dann kann der Eigenverbrauch der Genossenschaft bei gleichzeitiger Vermeidung von Lastspitzen wirtschaftlich optimiert werden.

Neben PV-Anlagen für die erneuerbare Stromerzeugung sind besonders auch Blockheizkraftwerke (BHKW) und Wärmepumpen als disponible Stromerzeuger bzw. 

Stromver­brau­cher sinnvoll in der Genossenschaft einsetzbar. Reduzierung der CO2-Emissionen und ein Beitrag zur Netz­stabilisierung sind akzeptanzfördernde Aspekte des Projektes.

Vorgehensweise

Das Gesamtprojekt soll in mehreren Phasen entwickelt werden:

  1. Konzeptentwickelung
  2. Implementierung des Marktmodells durch Gründung der „Wennigser Energiegenossenschaft“  (WE.Go)
  3. Begleitung des Betriebs der Genossenschaft

Bestandteil der ersten Phase des Projektes, die auch Gegenstand der beantragten Projekt­förderung ist, sind die folgenden Aktivitäten:

  • Erfassung des Bestandes an geeigneten Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen
  • Klärung der Netztopologie des Verteilnetzes in Wennigsen
  • Veranstaltungen planen und durchführen, um mögliche Genossenschafts-Mitglieder zu informieren und zu werben
  • Kooperationspartner für das Projekt werben
  • Netzbetreiber
  • Messdienstleister
  • Anbieter von Software für VKW-Betrieb
  • Modellrechnungen zur Wirtschaftlichkeit durchführen
  • Detailplanung für die Implementierung erstellen
  • Genossenschaftssatzung erarbeiten

In der zweiten Projektphase soll das Modell des genossenschaftlich organisierten VKW beispielhaft mit den Gegebenheiten der Modellregion Wennigsen implementiert werden. Durch Multiplikationseffekt ist dieses Modell auch als Ausgangspunkt für regionale Wertschöpfung geeignet.

Gegenstand der dritten Projektphase ist, den Nachweis zu erbringen, dass dieses Modell einerseits wirtschaftlich betrieben werden kann und andererseits auch einen positiven Beitrag im Sinne der Energiewende liefert.

Ansprechpartner

Die Interessengemeinschaft mit dem Ziel der Gründung einer „Wennigser Energie-Genossenschaft“ wird vertreten durch

PD Dr. Stephan Debus

Pfingstanger 3

Tel. 0170-300 42 98

und

Wolfram Schumacher, Dipl. Ing. (FH)

Kopernikusweg 1a

30974 Wennigsen

Tel. 01573-53 60 203